Wie riskant ist Chorsingen in Zeiten von Corona?

Diese Artikel soll keine Angst vor dem Singen machen, aber vielleicht kann man daraus einige Empfehlungen ableiten, wenn später wieder mit den Chorproben begonnen wird, um das Risiko für eine Ansteckung zu verringern:
  • in der ersten Zeit sich stimmweise treffen
  • Abstand halten (vielleicht in einer Turnhalle)
  • für gute Lüftung achten (vielleicht sogar draussen singen)
  • Tröpfchenverbreitung reduzieren (vielleicht mit Maske)
  • Freude am Gesang haben
 
Bericht von NDR Kultur
Ein Teil der Berliner Domkantorei singt während eines Auftritts.  Foto: Boris Streubel
von Marcus Stäbler
 
Chorsingen ist mehr als nur Musik. Es bedeutet auch Zusammenkommen, eine Gemeinschaft finden. Deshalb vermissen viele Menschen diesen Teil des Musiklebens in Zeiten von Corona ganz besonders. Doch es gibt schwerwiegende Gründe, weshalb das gemeinsame Singen bis auf weiteres von den Lockerungen ausgenommen ist. Denn Chorproben haben sich in einigen Fällen als wahrscheinlicher Hotspot für die Verbreitung des Virus herausgestellt. Deshalb ist höchste Vorsicht geboten.

Am Montag, den 9. März, treffen sich die Mitglieder der Berliner Domkantorei zu ihrer wöchentlichen Probe. Für den 21. März ist damals noch eine Aufführung des Liverpool Oratorio von Paul McCartney geplant, geleitet vom Kantor Tobias Brommann. "In der Probe waren etwa achtzig Mitglieder im Raum. Der ist etwa 120 Quadratmeter groß. Ich stand in angemessener Entfernung vor dem Chor. Auch die Korrepetitorin saß weiter weg am Klavier, also wir hatten schon relativ große Abstände", erzählt der Kantor.

Sechzig der achtzig Sänger infiziert

Die zweieinhalbstündige Probe verläuft normal, niemand zeigt Symptome einer Erkrankung. Aber das ändert sich bald, wie Tobias Brommann erzählt. Fünf Tage nach dieser Probe habe er eine Mail von einem Mitglied bekommen. Darin stand: positiver Test. Daraufhin schickt Brommann alle Chormitglieder in Quarantäne und alarmiert das Gesundheitsamt. Rund sechzig der achtzig Sängerinnen und Sänger sowie er selbst und die Korrepetitorin bekommen in der Folge Symptome in verschiedener Schwere. "Von Geruchs- und Geschmacksverlust bis hin zu leider auch sehr schweren Fällen mit Krankenhausaufenthalten", berichtet Brommann.

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